Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV)

Essen

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 und Lagebericht

Bilanz zum 31. Dezember 2010

A K T I V A




31.12.2010 Vorjahr

A. Anlagevermögen


I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.269.178,99 195.730,54
II. Sachanlagen
3.985.296,10 1.417.774,54
III. Finanzanlagen
842.138.813,70 841.429.755,44


847.393.288,79 843.043.260,52
B. Umlaufvermögen


I. Forderungen und sonstige


Vermögensgegenstände


1. Forderungen aus Lieferungen und


Leistungen 2.014.061,67
410.111,28
2. Forderungen gegen verbundene


Unternehmen 24.757.457,46
23.891.653,63
3. Forderungen gegen Gesell-


schafterin 5.650.505,47
2.958.735,24
4. Forderungen gegen Unternehmen,


mit denen ein Beteiligungsver-


hältnis besteht 40.114,37
106.355,45
5. Sonstige Vermögens-


gegenstände 53.944.950,65
44.683.126,06


86.407.089,62 72.049.981,66
II. Guthaben bei Kreditinstituten
8.979,46 3.489.396,59


86.416.069,08 75.539.378,25
C. Rechnungsabgrenzungsposten
186.624,85 7.158,18


933.995.982,72 918.589.796,95


P A S S I V A




31.12.2010 Vorjahr

A. Eigenkapital


I. Gezeichnetes Kapital
66.200.000,00 66.200.000,00
II. Kapitalrücklage
253.380.692,74 252.847.692,74
III. Gewinnrücklagen
1.467.126,47 0,00
IV. Jahresüberschuss
19.606.216,14 21.467.126,47


340.654.035,35 340.514.819,21
B. Rückstellungen


1. Rückstellungen für Pensionen 1.895.584,00
1.779.329,00
2. Steuerrückstellungen 768.000,00
919.000,00
3. Sonstige Rückstellungen 75.311,00
96.870,00


2.738.895,00 2.795.199,00
C. Verbindlichkeiten


1. Verbindlichkeiten gegenüber


Kreditinstituten 293.464.006,60
299.010.107,43
2. Verbindlichkeiten aus


Lieferungen und Leistungen 10.762.063,97
2.869.301,30
3. Verbindlichkeiten gegenüber


verbundenen Unternehmen 64.773.625,72
64.366.343,44
4. Verbindlichkeiten gegenüber


Gesellschafterin 220.791.546,24
209.009.626,10
5. Sonstige Verbindlichkeiten 811.809,84
24.400,47
davon aus Steuern 30.086,89 €


(Vorjahr 23.929,79 €)
590.603.052,37 575.279.778,74


933.995.982,72 918.589.796,95

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010



2010 Vorjahr

1. Umsatzerlöse (inkl. Stromsteuer) 28.198.053,09
16.101.897,17
2. Stromsteuer -1.568.009,60
0,00
3. Umsatzerlöse
26.630.043,49 16.101.897,17
4. Sonstige betriebliche Erträge
756.990,40 1.550.293,28
5. Materialaufwand


a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebstoffe 9.530.464,02
309.787,08
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 8.920.255,03
7.810.508,73


18.450.719,05 8.120.295,81
6. Personalaufwand


a) Gehälter 1.426.642,76
894.662,60
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen


für Altersversorgung 384.812,52
212.095,11
davon für Altersversorgung 211.300,67 €
1.811.455,28 1.106.757,71
(im Vorjahr 185.881,31 €)


7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögens-


gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
720.618,00 213.829,57
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
8.684.080,66 9.373.852,74
9. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags


erhaltene Gewinne
22.630.011,40 19.520.294,39
10. Erträge aus Beteiligungen
34.832.837,88 33.929.291,73
davon aus verbundenen Unternehmen 19.320.523,03 €


(im Vorjahr 18.549.371,27 €)


11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Aus-


leihungen des Finanzanlagevermögens
15.950.551,38 19.077.342,32
davon aus verbundenen Unternehmen 4.559.836,38 €


(im Vorjahr 4.562.316,82 €)


12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
69.785,94 278.985,78
davon aus verbundenen Unternehmen 24.769,74 €


(im Vorjahr 39.244,45 €)


13. Aufwendungen aus Verlustübernahme
31.480.722,71 29.809.936,95
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
20.401.518,15 20.113.384,42
davon an verbundene Unternehmen 1.683.111,46 €


(im Vorjahr 46.105,56 €)


15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
19.321.106,64 21.720.047,47
16. Außerordentliche Aufwendungen
21.815,00 0,00
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
+343.499,50 0,00
18. Sonstige Steuern 156.762,48
270.629,41
An Tochterunternehmen weiterbelastete Steuern -120.187,48
-17.708,41


36.575,00 252.921,00
19. Jahresüberschuss
19.606.216,14 21.467.126,47

Anhang für das Geschäftsjahr 2010

I. Angaben zur Form und Darstellung von Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und dem Gesellschaftsvertrag entsprechend unter Anwendung der Vorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzes für große Kapitalgesellschaften sowie unter Berücksichtigung der Änderungen durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) vom 29. Mai 2009 aufgestellt. Die Angaben zu den einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung befinden sich grundsätzlich im Anhang. Auf eine Anpassung der Vorjahreswerte wird gem. Art. 67 Abs. 8 EGHGB verzichtet.

Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.


II. Erläuterungen zu den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung bezüglich Ausweis, Bilanzierung und Bewertung


Bilanz


Das Anlagevermögen ist im Einzelnen in der „Entwicklung des Anlagevermögens“ dargestellt.

Die immateriellen Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen sind mit den Anschaffungskosten, vermindert um die planmäßigen Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen richten sich grundsätzlich nach der in den steuerrechtlichen Abschreibungstabellen jeweils vorgegebenen Nutzungsdauer. Anlagenzugänge werden zeitanteilig ab dem Monat des Zugangs linear abgeschrieben.

Die Nutzungsdauer für Soft- und Hardware wurde im Vergleich zum Vorjahr von drei auf fünf Jahre bzw. von drei auf vier Jahre erhöht.

Seit 2008 werden geringwertige Anlagegüter im Einzelanschaffungspreis von 150,00 € bis 1.000,00 € in einen Sammelposten gemäß § 6 Abs. 2 a EStG eingestellt. Dieser Sammelposten wird im Geschäftsjahr seiner Bildung und den folgenden vier Geschäftsjahren zu je 20 % aufwandswirksam aufgelöst.

Die Finanzanlagen enthalten Anteile an verbundenen Unternehmen (489.644 T€; Vj. 489.644 T€), Ausleihungen an verbundene Unternehmen (200.502 T€; Vj. 200.544 T€), Beteiligungen (40.623 T€; Vj. 40.123 T€), Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (100.217 T€; Vj. 99.966 T€) und Wertpapiere des Anlagevermögens (11.152 T€; Vj. 11.152 T€).

Die Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und Wertpapiere werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind zum Nennwert angesetzt.

Die Abgänge bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die Tilgung eines Gesellschafterdarlehens an die Weisse Flotte Baldeney-GmbH.

Die Beteiligungen erhöhten sich um 500 T€ und die Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, nahmen um 250 T€ zu.

Die Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten eine Forderung auf Rückübertragung von 3.448.955 Stück Stammaktien der RWE AG in Höhe von 99.966 T€. Die Aktien waren in 2006 als Wertpapiere des Anlagevermögens mit den Anschaffungskosten ausgewiesen und wurden im Wege der unentgeltlichen Wertpapierleihe an die RW Energie-Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG (RWEB) ausgeliehen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen wurden soweit möglich mit gleichartigen Verbindlichkeiten saldiert ausgewiesen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus Gewinnabführungen und sonstige Leistungen.

Die Forderungen gegen Gesellschafterin betreffen Stromlieferungen und Zinsen aus dem Cashpool.

Bei den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich um die Restgewinnforderung gegen die RW Energie Beteiligungsgesellschaft mbH und Forderungen gegen die essen.net GmbH.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennwert ausgewiesen. Forderungen in Höhe von 2.583 T€ haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche aus Körperschaftsteuer, Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und Umsatzsteuer von 53.931 T€.

Die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bilanziert.

Die Ermittlung der latenten Steuern für den Organkreis erfolgt auf Basis einer im Zeitpunkt des voraussichtlichen Abbaus von temporären Differenzen geltenden Steuerquote in Höhe von 32,625 %. Passive Steuerlatenzen resultieren aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den Finanzanlagen sowie den Pensionsrückstellungen. Unterschiedliche Wertansätze im Wesentlichen bei den sonstigen Vermögensgegenständen, Finanzanlagen, Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sowie steuerliche Verlustvorträge führen zu aktiven latenten Steuern, die die passiven latenten Steuern übersteigen. Die Gesellschaft macht von ihrem Wahlrecht Gebrauch, einen Überhang von aktiven latenten Steuern nicht anzusetzen.

Der Kapitalrücklage wurden 533 T€ von der Gesellschafterin zugeführt. In der Gesellschafterversammlung vom 31. August 2010 ist beschlossen worden, den Jahresüberschuss 2009 in Höhe von 1.467 T€ in die Gewinnrücklagen einzustellen und in Höhe von 20.000 T€ an die Gesellschafterin auszuschütten.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechen dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag aller Versorgungsverpflichtungen unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005 G von Heubeck – die eine generationenabhängige Lebenserwartung berücksichtigen. Sie wurden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 S. 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 5,15 % (Vorjahr 5,0 %). Im Rahmen weiterer Rechnungsannahmen wurde ein Rententrend von jährlich 1,75 % und eine Gehaltsdynamik von jährlich 2 % berücksichtigt.

Durch die Umstellung der Bewertung der Pensionsrückstellungen nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes ergibt sich zum 1. Januar 2010 ein zusätzlicher einmaliger Rückstellungsbetrag in Höhe von 327 T€. Von der Übergangsregelung gemäß Art. 67 Abs. 1 S. 2 EGHGB, den nach dem BilMoG notwendigen Zuführungsaufwand über maximal 15 Jahre zu verteilen, wurde Gebrauch gemacht. Entsprechend wurde den Pensionsrückstellungen ein Teilbetrag in Höhe von 22 T€ zugeführt. Die Zuführung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung als außerordentlicher Aufwand gezeigt. Der noch nicht in der Bilanz ausgewiesene Betrag aus der Erstanwendung in Höhe von 305 T€ wird innerhalb des verbleibenden Übergangszeitraums den Pensionsrückstellungen zugeführt.

Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bilanziert.

Die Steuerrückstellungen betreffen Umsatzsteuer.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle Risiken in angemessener Höhe. Diese beinhalten Kosten des Jahresabschlusses und IHK Beiträge.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag bilanziert worden. Es bestehen folgende Restlaufzeiten:



davon mit Restlaufzeit

31.12.2010 bis 1 Jahr über 5 Jahre

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 293.464.006,60 4.988.316,55 171.535.710,77
(Vorjahr) (299.010.107,43) (5.558.034,15) (176.673.257,80)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.762.063,97 10.762.063,97 0,00
(Vorjahr) (2.869.301,30) (2.869.301,30) (0,00)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 64.773.625,72 27.414.289,41 31.353.232,36
(Vorjahr) (64.366.343,44) (24.366.343,44) (40.000.000,00)
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafterin 220.791.546,24 220.791.546,24 0,00
(Vorjahr) (209.009.626,10) (9.267.007,88) (0,00)
Sonstige Verbindlichkeiten 811.809,84 811.809,84 0,00
(Vorjahr) (24.400,47) (24.400,47) (0,00)
davon aus Steuern 30.086,89 € (Vorjahr 23.929,79 €)



590.603.052,37 264.768.026,01 202.888.943,13
(Vorjahr) (575.279.778,74) (42.085.087,24) (216.673.257,80)


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch kommunale Ausfallbürgschaften gesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Steuern und Darlehen von der EEG.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafterin beinhalten im Wesentlichen ein von der Stadt Essen erhaltenes Darlehen zur Weiterleitung an die Entwässerung Essen GmbH (EEG) in Höhe von 199.743 T€, Überzahlungen aus Verlustausgleich in Höhe von 8.995 T€ und Cashpool-Verbindlichkeiten in Höhe von 12.054 T€.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Zinsabgrenzung für Darlehensverbindlichkeiten und die Lohn- und Kirchensteuer aus Dezember 2010 ausgewiesen.


Gewinn- und Verlustrechnung

Als Umsatzerlöse sind Erträge aus der Vermarktung von Veraschungsrechten im Müllheizkraftwerk Karnap 2.258 T€ (Vj. 2.308 T€), der Stromhandel 9.619 T€ sowie im Wesentlichen Erträge aus der Tätigkeit der Rechtsabteilung 900 T€ (Vj. 1.009 T€), der internen Revision 742 T€ (Vj. 761 T€) und der IT-Abteilung 12.553 T€ (Vj. 11.855 T€) für andere Konzerngesellschaften ausgewiesen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Verwaltungskostenumlage (671 T€; Vj. 544 T€) und periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (25 T€; Vj. 29 T€).

Im Materialaufwand sind der Strombezug (9.311 T€) und die bezogenen Leistungen für die Müllveraschung und für Personalgestellung durch SWE, EVAG und EBE erfasst.

Die aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags erhaltenen Gewinne beinhalten die Gewinnabführungen von der Stadtwerke Essen AG (21.200 T€), der RGE (1.228 T€), der EVB (120 T€) und der Weisse Flotte Baldeney-GmbH (81 T€).

Unter den Erträgen aus Beteiligungen sind die Ausschüttungen der Entsorgungsbetriebe Essen GmbH (2.556 T€), der Allbau AG (16.764 T€), der RW Energie Beteiligungsgesellschaft mbH (11.977 T€) und der Kom9 (3.536 T€) ausgewiesen.
Unter den Erträgen ausanderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens werden die Dividendenausschüttungen der RW-Holding AG und Zinserträge aus Gesellschafterdarlehen an verbundene Unternehmen erfasst.

Unter den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind Zinsen von der Stadt Essen für Gewerbesteuererstattungen, Zinsen aus Tagegeldanlagen sowie die Erträge aus der Aufzinsung des Körperschaftsteuerminderungsguthabens ausgewiesen.

Als Aufwendungen aus Verlustübernahme ist die Verlustausgleichzahlung an die EVAG (31.481 T€) ausgewiesen.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betreffen im Wesentlichen mit 4.514 T€ die Zinsen für das von der Stadt Essen erhaltene Gesellschafterdarlehen, Zinsen für gewährte Darlehen der EEG in Höhe von 1.683 T€, Darlehenszinsen in Höhe von 13.977 T€ sowie den Aufwand für die Aufzinsung für die Pensionsrückstellungen mit 108 T€.

Unter den außerordentlichen Aufwendungen sind 21 T€ für die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen enthalten. Dieser Sachverhalt ergibt sich aus der Bewertung der Rückstellungen entsprechend der Grundsätze nach dem BilMoG zum 1. Januar 2010.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten Gewerbesteuererstattungen für die Jahre 2004 bis 2006.

Die sonstigen Steuern beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuer.


Angaben zum Jahresergebnis

Das Geschäftsjahr schließt mit einem Jahresüberschuss von 19.606.216,14 € ab.

Die Geschäftsführung schlägt vor, einen Betrag in Höhe von 21.000.000,00 € an die alleinige Gesellschafterin Stadt Essen auszuschütten. Der Betrag setzt sich aus dem Jahresüberschuss und einer Entnahme aus den Gewinnrücklagen in Höhe von 1.393.783,86 € zusammen.

III. Ergänzende Angaben


Konzernzugehörigkeit


Die Gesellschaft stellt als Mutterunternehmen einen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 auf. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.


Abschlussprüferhonorar

Auf die Angabe der Honorare des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, weil diese Angabe im Konzernabschluss enthalten ist.


Geschäfte mit nahestehenden Personen

Art der Beziehung Verbundene Stadt Essen Sonstige
Art des Geschäfts Unternehmen


T € T € T €
Dienstleistungen der CoStEk, Gesundheitsmanagement


Rechtsabteilung, Revision und IT-Abteilung 14.270 106 216
Stromhandel 28 10.569 0
Sonstiges 712 6 0
Summe angebotene Leistungen 15.010 10.681 216
Personalgestellungen 6.535 0 0
Leistungen Müllveraschung/Stromhandel 240 1.623 0
Dienstleistungen und sonstiges 1.855 251 0
Miete 436 59 113
Summe bezogene Leistungen 9.066 1.933 113
Verbundene Unternehmen: SWE, EVAG, Allbau, AMG, ABG, EBE, EVB, RGE, WFB, RGE, EEG
Stadt Essen: ESH, Grün und Gruga, Sport- und Bäderbetriebe

Sonstige: GBR, essen.net



Zusammensetzung der Organe, Aufwendungen für Organe

Dem Aufsichtsrat gehören an:
Reinhard Paß, Essen Oberbürgermeister, Diplom-Ingenieur
Vorsitzender seit 12/2009
Thomas Altenbeck, Essen *) Betriebsratsvorsitzender der EBE
stell. Vorsitzender seit 12/2009
Franz-Josef Britz, Essen Diplom-Ökonom, OStR a.D., Bürgermeister
Ute Eggert, Essen *) Gewerkschaftssekretärin ver.di
Thomas Fresen, Essen Rechtsanwalt
Achim Goltz, Nordkirchen *) Elektotechniker
Lothar Grüll, Oberhausen *) Gewerkschaftssekretär ver.di
Wolfgang Hausmann, Essen *) Elektromechaniker
Dieter Hilser, Essen Diplom-Volkswirt, MdL
Ursula Königsfeld-Koßmann, Essen *) Kaufmännische Angestellte
Friedhelm Krause, Essen Pensionär
Thomas Kufen, Essen Ratsherr
Hans Peter Leymann-Kurtz, Essen Ratsherr
Mehrdad Mostofizadeh, Essen Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Beate Müntjes, Essen *) Kaufmännische Angestellte
Bärbel Rase, Essen Kaufmännische Angestellte
Manfred Reimer, Essen Oberstudiendirektor
Wolfgang Schmitz, Oberhausen *) Gewerkschaftssekretär ver.di
Andreas Wieschenkämper, Bottrop *) Leiter Einkauf/Technik/Fuhrpark RGE
Harald Wirtz, Moers *) Diplom-Kaufmann
*) Arbeitnehmervertreter


Die Geschäftsführung besteht aus den Herren

Dr. Bernhard Görgens, Essen Kaufmännischer Vorstand SWE
(Sprecher)

Dr. Horst Zierold, Wuppertal Kaufmännischer Vorstand EVAG
(stellvertretender Sprecher)

Dietmar Bückemeyer, Gelsenkirchen Technischer Vorstand der SWE

Klaus Kunze, Essen Geschäftsführer EBE

Dirk Miklikowski, Gelsenkirchen Vorstand Allbau AG

Klaus Wieschenkämper, Essen Geschäftsführer RGE

Siegfried Voß, Essen Personalvorstand EVAG bis 31.10.2010


Den Aufsichtsratsmitgliedern der EVV wurden 42 T€, den aktiven Geschäftsführern
114 T€ und den früheren Mitgliedern der Geschäftsführung 81 T€ vergütet.


Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigt durchschnittlich 24 Angestellte. Weiterhin wurden 57 Angestellte von der Stadtwerke Essen AG, 30 Angestellte von der Essener Verkehrs-AG und 3 Angestellte von der Entsorgungsbetriebe Essen GmbH gestellt.


Aufstellung des Anteilsbesitzes
(wesentliche Beteiligungen)

Unternehmen Mittelbare Anteile Eigenkapital Ergebnis des
Beteiligung am Kapital am 31.12.2010 Geschäftsjahres
über Nr. in % T€ T€
1. Essener Verkehrs-Aktiengesellschaft, Essen
92,31 167.933 -31.481
Ergebnisabführungsvertrag mit EVV


Verlustausgleich
2. Stadtwerke Essen Aktiengesellschaft, Essen
51,00 117.257 21.200
Ergebnisabführungsvertrag mit EVV


Gewinnabführung
3. Entwässerung Essen GmbH (EEG), Essen 2. 100,00 179.818 12.059
Ergebnisabführungsvertrag mit SWE


Gewinnabführung
4. Allbau AG, Essen
81,778 106.945 23.435
5. Allbau Managementgesellschaft mbH, Essen 4. 100,00 1.034 491
Ergebnisabführungsvertrag mit Allbau AG


Gewinnabführung
6. Weisse Flotte Baldeney-GmbH, Essen
100,00 25 81
Ergebnisabführungsvertrag mit EVV


Gewinnabführung
7. RGE Servicegesellschaft Essen mbH, Essen
100,00 1.800 1.228
Ergebnisabführungsvertrag mit EVV


Gewinnabführung
8. Entsorgungsbetriebe Essen GmbH, Essen
51,00 15.960 4.219
9. EVV Verwertungs- und Betriebs GmbH (EVB), Essen
100,00 1.815 120
Ergebnisabführungsvertrag mit EVV


Gewinnabführung
10. essen.net GmbH, Essen
50,00 659 -341
11. Altstadt-Baugesellschaft mbh & Co. KG, Essen 5. 94,00 3.303 2.254
12. Stadtbahn-Betriebsführungsgesellschaft Ruhr mit 1. 50,00 65 2
beschränkter Haftung (SBG-Ruhr), Essen



(in Liquidation seit Dezember 2010)



13. GbR Bredeneyer Tor in Essen 1. 50,00 16.743 603
--Bürohaus Alfredstraße--, Essen



14. Otto Lingner Verkehrs GmbH, Bochum 1. 50,00 272 75
15. Via Verkehrsgesellschaft GmbH, Essen 1. 49,00 56 -44
16. PTS GmbH, Essen 7. 18,00 347 682
17. Wassergewinnung Essen GmbH, Essen 2. 50,00 2.218 242
18. Infralogistik ruhr GmbH, Essen 2. 49,00 246 79
19. rhein ruhr partner Gesellschaft für Messdienst- 2. 50,00 873 208
leistungen mbH, Duisburg



20. Abellio LuxCo 1 SARL, Luxemburg (Werte aus 2009)
12,36 -25.058 -2.338


Unternehmen Mittelbare Anteile Eigenkapital Ergebnis des
Beteiligung am Kapital am 31.12.2010 Geschäftsjahres
über Nr. in % T€ T€
21. TAG Tropolys Altgesellschafter GmbH, Wuppertal
35,81 34 2
22. akuras GmbH, Essen 7. 50,00 25 -1
Gründung 29.11.10, Geschäftsbetrieb ab 01.01.2011



23. Kom9 GmbH & Co. KG, Freiburg in Breisgau
5,2 769.823 423
24. ZukunftsZentrumZollverein AG zur Förderung von
26,19 676 30
Existenzgründungen-Triple Z-, Essen (Werte aus 2009) 4. 2,38

25. Betriebsgesellschaft Radio Essen mbH & Co. KG,
12,50 2.532 953
Essen (Werte aus 2009)



26. Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Essen



GmbH, Essen (Werte aus 2009)
12,00 42 3
27. VEKS-Verwertung und Entsorgung Karnap-Städte 8. 24,68 808 255
Holding GmbH, Essen



28. RW Energie-Beteiligungsgesellschaft mbH,
3,88 1.709.650 323.922
Dortmund (Werte zum 31.07.2010) 1. 10,90

29. Kommunale Gasspeichergesellschaft EPE 2. 25,00 32.928 -280
mbH & Co.KG, Gronau-Epe (KGE)



30. Kommunale Gasspeicher Beteiligungsgesellschaft 2. 25,00 29 1
EPE mbH, Gronau-Epe (KGBE)



31. enuvo -rhein ruhr partner für Gesellschaft für 2. 50,00 26 1
Erneuerbare Energien, Essen



32. Verband der komunalen RWE - Aktionäre GmbH,
1,56 685 -396
Essen (Werte zum 30.06.10)



33. Zebra, Gesellschaft für Baumanagement mbH, Essen 5. 25,88 28 70


Essen, 1. Juli 2011

Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV)

Dr. Görgens

Dr. Zierold

Bückemeyer

Kunze

Miklikowski

Wieschenkämper

Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010


Anschaffungs- und Herstellungskosten

Stand Zugänge Abgänge Stand

1.1.2010

31.12.2010

I. Immaterielle Vermögensgegenstände



Entgeltlich erworbene gewerbliche



Schutzrechte und ähnliche Rechte 408.139,86 1.235.033,45 0,00 1.643.173,31
II. Sachanlagen



1. Andere Anlagen, Betriebs-



und Geschäftsausstattung 1.419.320,41 3.034.496,44 0,00 4.453.816,85
2. Anlagen im Bau 140.365,04 92.058,12 0,00 232.423,16

1.559.685,45 3.126.554,56 0,00 4.686.240,01
III. Finanzanlagen



1. Anteile an verbundenen Unternehmen 489.644.248,53 0,00 0,00 489.644.248,53
2. Ausleihungen an verbundene



Unternehmen 200.543.653,61 0,00 41.413,96 200.502.239,65
3. Beteiligungen 42.224.765,60 500.000,00 0,00 42.724.765,60
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit



denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 99.966.535,53 250.472,22 0,00 100.217.007,75
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 11.152.051,17 0,00 0,00 11.152.051,17

843.531.254,44 750.472,22 41.413,96 844.240.312,70

845.499.079,75 5.112.060,23 41.413,96 850.569.726,02



Abschreibungen Buchwerte

Stand Zugänge Stand Stand Stand

1.1.2010
31.12.2010 31.12.2010 31.12.2009

I. Immaterielle Vermögensgegenstände




Entgeltlich erworbene gewerbliche




Schutzrechte und ähnliche Rechte 212.409,32 161.585,00 373.994,32 1.269.178,99 195.730,54
II. Sachanlagen




1. Andere Anlagen, Betriebs-




und Geschäftsausstattung 141.910,91 559.033,00 700.943,91 3.752.872,94 1.277.409,50
2. Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 232.423,16 140.365,04

141.910,91 559.033,00 700.943,91 3.985.296,10 1.417.774,54
III. Finanzanlagen




1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 489.644.248,53 489.644.248,53
2. Ausleihungen an verbundene




Unternehmen 0,00 0,00 0,00 200.502.239,65 200.543.653,61
3. Beteiligungen 2.101.499,00 0,00 2.101.499,00 40.623.266,60 40.123.266,60
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit




denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 100.217.007,75 99.966.535,53
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 11.152.051,17 11.152.051,17

2.101.499,00 0,00 2.101.499,00 842.138.813,70 841.429.755,44

2.455.819,23 720.618,00 3.176.437,23 847.393.288,79 843.043.260,52

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010

1. Wirtschaftliche Lage und Geschäftsverlauf


Entwicklung der Gesellschaft


Im Gegensatz zu den umfangreichen Veränderungen der letzten Jahre blieb das Beteiligungsportfolio der EVV nahezu unverändert.

Die EVV hat sich mit 50 % oder 0,5 Mio. € am Stammkapital der essen.net GmbH beteiligt. Gegenstand des Unternehmens ist der Auf- und Ausbau sowie Betrieb und Vermietung von Breitbandkabelnetzen einschließlich des Kundenhausanschlusses bis in das Gebäude des Kunden. Im Geschäftsjahr 2010 hat die Gesellschaft ausschließlich Investitionen in das Breitbandkabelnetz im Stadtteil Essen-Frohnhausen getätigt. Mit den Investitionen trägt die essen.net GmbH zum Aufbau einer modernen städtischen Infrastruktur und damit zu einem nicht zu verachtenden Standortvorteil bei.

Der konsequente Ausbau der EVV zur Managementholding wurde durch die Konzentration der Mitarbeiter im Verwaltungsgebäude an der Rüttenscheider Straße 26 vorläufig abgeschlossen.

Neben der Vermarktung von freien Veraschungskapazitäten im Müllheizkraftwerk Karnap trat zum 01.01.2010 die Aufnahme des Stromhandels mit der Stadt Essen und anderen stadtnahen Gesellschaften als weitere operative Tätigkeit der EVV hinzu. Das dazu erforderliche Know-how wird von der Stadtwerke Essen AG als Dienstleister eingebracht.


Geschäftsentwicklung

Die Umsatzerlöse stiegen insgesamt von 16,1 Mio. € auf 28,2 Mio. €. Ursache hierfür war die zum 01.01.2010 vollzogene Aufnahme des Stromhandels mit der Stadt Essen. Die Umsatzerlöse aus dem Stromhandel beliefen sich auf 11,2 Mio. €. Nach Abzug der Stromsteuer von 1,6 Mio. € verbleibt ein Umsatz von 9,6 Mio. €. Den Umsatzerlösen stehen entsprechend von 8,2 Mio. € auf 18,5 Mio. € gestiegene Materialaufwendungen gegenüber. Durch die verminderte Inanspruchnahme von IT-Dienstleistungen ist bei den sonstigen Aufwendungen ein Rückgang von 0,6 Mio. € auf 8,7 Mio. € zu verzeichnen.

Die Umsätze aus der Vermarktung von freien Veraschungskapazitäten im Müllheizkraftwerk Karnap lagen 2010 mit 2,3 Mio. € auf Vorjahresniveau. Die Aufwendungen erhöhten sich jedoch von 1,4 Mio. € auf 1,7 Mio. €, so dass sich der Deckungsbeitrag um 0,3 Mio. € auf 0,6 Mio. € verringerte.

Die Verlustübernahme für Tochtergesellschaften belief sich 2010 auf 31,5 Mio. €. Der Vorjahreswert (29,8 Mio. €) wurde überschritten, jedoch der Ansatz des Wirtschaftsplanes (32,4 Mio. €) unterschritten.Fehlbeträge ergaben sich bei der Essener Verkehrs-AG (EVAG).

Von der Stadtwerke Essen AG (SWE) konnte mit 21,2 Mio. € (im Vorjahr 18,5 Mio. €) wieder ein erheblicher Ertrag aus dem Gewinnabführungsvertrag vereinnahmt werden. Das Ergebnis der SWE ermöglicht ebenfalls die Zahlung von Konzessionsabgaben an die Stadt Essen. Hier wurde mit 14,5 Mio. € erneut die maximale Höhe an die Stadt Essen abgeführt und damit ein weiterer erheblicher Beitrag für den städtischen Haushalt geleistet. Von der RGE wurden Erträge aus Gewinnabführung in Höhe von 1,2 Mio. € erzielt (im Vorjahr 0.9 Mio. €).

Die Dividendenerträge aus RWE Aktien, die mittelbar über die Beteiligungen an der RW Energie Beteiligungsgesellschaft mbH & Co KG (RWEB) und die RW Holding AG erzielt werden, haben sich insgesamt gegenüber dem Vorjahr von 29,9 Mio. € auf 23,4 Mio. € reduziert. Ursache ist die von 4,50 € auf 3,50 € je RWE-Aktie gesenkte Dividende.

Die Erträge aus Beteiligungen stiegen gegenüber dem Vorjahr nochmals um 0,9 Mio. € an. Der erneute Anstieg ist im Wesentlichen durch die Dividendensteigerung der Allbau AG um 1,2 Mio. € auf 16,8 Mio. € hervorgerufen. Außerdem werden hier erstmals Erträge aus der Ausschüttung der Kom9 GmbH & Co. KG in Höhe von 3,5 Mio. € ausgewiesen. Dem steht eine um 0,5 Mio. € rückläufige Gewinnausschüttung der Entsorgungsbetriebe Essen GmbH entgegen. Weiterhin wurde das Beteiligungsergebnis durch die oben genannte verminderte Gewinnausschüttung der RWEB belastet.

Im Geschäftsjahr 2010 wurde ein Jahresüberschuss von 19,6 Mio. € erwirtschaftet. Im Vorjahr wurde mit 21,5 Mio. € ein um 1,9 Mio. € höherer Überschuss erzielt. Die Hauptursache für das verminderte Jahresergebnis liegt in der Dividendensenkung durch RWE. Die daraus resultierenden Ertragsausfälle konnten trotz aller Anstrengungen der Beteiligungsgesellschaft nicht vollständig ausgeglichen werden.

Nach den Vorgaben der Alleingesellschafterin Stadt Essen wird für 2011 eine Ausschüttung von 21,0 Mio. € erwartet. Daher ist der Jahresüberschuss von 19,6 Mio. € um eine Entnahme aus den Gewinnrücklagen von 1,4 Mio. € aufzustocken.


Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme zeigt zum 31. Dezember 2010 mit 933,9 Mio. € einen Anstieg von 15,4 Mio. € auf, der aus Investitionen von 4,3 Mio. € in das Sachanlagevermögen sowie um 11,1 Mio. € gestiegenem Umlaufvermögen resultiert. Während die Guthaben bei Kreditinstituten, teilweise bedingt durch die Beteiligung am Cash Pooling mit der Stadt Essen, rückläufig sind, ist bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie gegen die Gesellschafterin auf Grund des zum 01.01.2010 begonnenen Stromhandels ein Zuwachs zu verzeichnen. Ebenso sind die sonstigen Vermögensgegenstände, die im Wesentlichen Steuererstattungen enthalten, um 9,3 Mio. € gestiegen.

Die Finanzanlagen bilden mit 90,2 % (i. Vj. 91,6 %) nach wie vor den wesentlichen Teil der Bilanzsumme.

Die Eigenkapitalquote blieb mit 36,4 % (Vj. 37,0 %) gegenüber dem Vorjahr fast unverändert.

Die Veränderung des Finanzmittelbestandes und die dafür wesentlichen Mittelbewegungen ergeben sich aus der folgenden vereinfachten Kapitalflussrechnung:


2010 2009

T€ T€
Jahresergebnis 19.606 21.467
Abschreibungen 721 214
Verluste aus Anlagenabgängen 0 -480
Veränderung von Rückstellungen -56 -5
Veränderung von Forderungen, sonst.

Vermögensgegenständen und RAP -14.537 -15.573
Veränderung kurzfristiger Verbindlichkeiten 9.314 3.757
Cash Flow aus lfd. Geschäftstätigkeit 15.048 9.380
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 42 519
Investitionen -5.112 -41.892
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -5.070 -41.373
Gewinnausschüttung -20.000 0
Kapitalzuführungen 533 500
Tilgung/Aufnahme von Darlehen -6.045 34.973
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -25.512 35.473
Zahlungswirksame Veränderung des

Finanzmittelfonds -15.534 3.480
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 3.489 9
Finanzmittelfonds am Ende der Periode -12.045 3.489


Unter Berücksichtigung eines positiven Cash Flows operativer Geschäftstätigkeit i. H. v. 15,1 Mio. € und negativen Cash Flows aus Investitionstätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit i. H. v. 25,5 Mio. € ergab sich ein Liquiditätsbedarf, der über das Cash Pooling der Stadt Essen i. H. v. 12 Mio. € ausgeglichen wurde.

2. Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung sowie Prognosebericht

Wegen der angespannten Haushaltssituation der Stadt Essen ergibt sich 2011 und in den folgenden Jahren für die EVV verstärkt die Aufgabe, durch entsprechende Jahresergebnisse zur Konsolidierung der städtischen Finanzen beizutragen. Für 2011 erwartet die Stadt Essen wiederum eine Ausschüttung der EVV von 21,0 Mio. €, die sich aus dem geplanten Jahresüberschuss der EVV von 16,0 Mio. € und direkten Zinszahlungen von 5,0 Mio. € zusammensetzt. Als Folge der voraussichtlich sinkenden RWE-Dividende weichen die Vorgaben der Stadt Essen ab 2012 von der Planung der Gesellschaft ab.

Darüber hinaus muss die EVV die Tilgung der Darlehensverbindlichkeiten erwirtschaften. Die Mehrzahl der Darlehen ist 1999 aufgenommen worden, um den Kauf der Allbau Aktien von der Stadt Essen zu finanzieren. Kapitaleinlagen zur Finanzierung der Tilgungen sind in den Haushalt der Stadt Essen nicht mehr eingestellt. Mangels eigener Innenfinanzierungskraft ist die EVV darauf angewiesen, die für die Tilgung erforderlichen liquiden Mittel selbst zu erwirtschaften und aus den Jahresüberschüssen den Gewinnrücklagen zuzuführen, was in 2010 nicht gelungen ist.

Risiken der zukünftigen Entwicklung ergeben sich für die EVV im Wesentlichen aus den Risiken der Tochterunternehmen. Insbesondere sind Risiken in der dauerhaften Verlustsituation der Essener Verkehrs-AG zu sehen. Die Tochterunternehmen haben auf Weisung der EVV Risikofrüherkennungssysteme implementiert und berichten regelmäßig in den Sitzungen der EVV-Geschäftsführung.

Bisher bestand für die EVV in Abstimmung mit der Finanzverwaltung die Möglichkeit, die Gewinne der Stadtwerke Essen AG, die auch Gewinne aus der Abwasserentsorgung enthalten, mit Verlusten der EVAG zu verrechnen, obwohl die Abwasserentsorgung keine Versorgungstätigkeit darstellt. Hierdurch konnten erhebliche Steuerersparnisse erzielt werden. Mit dem Jahressteuergesetz 2009 sind zum 1. Januar 2009 neue Regelungen zum steuerlichen Querverbund in Kraft getreten. Nach diesen Regelungen ist eine Verrechnung der Verkehrsverluste mit den Gewinnen aus der Entwässerung nicht mehr möglich. Der Wortlaut der im Körperschaftsteuergesetz enthaltenen Übergangsregelung sowie das BMF-Schreiben vom 12. November 2009 zur Anwendung des Jahressteuergesetzes 2009 sprechen gegen eine weitere Anwendung der mit der Finanzverwaltung bisher bestehenden Kompromisslösung ab dem Jahr 2009.

Wir sind jedoch der Auffassung, dass durch Gespräche mit der Finanzverwaltung die bisher bestehende Kompromisslösung vorerst weiter fortgeführt werden kann. Es besteht jedoch das Risiko, dass sich die Finanzverwaltung nicht der Auffassung der Gesellschaft anschließt. Das sich hieraus ergebende Risiko wird für 2009 auf ca. 5,0 Mio. € und für 2010 auf ca. 5,3 Mio. € geschätzt.


3. Bericht über die Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung gem. § 108 Abs. 2 Nr. 2 Gemeindeordnung NW

Unternehmensgegenstand der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV) ist die Versorgung der Einwohner mit Energie und Wasser, die Beförderung von Personen mit den verschiedenen Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs, der Betrieb des städtischen Hafens, die Abwasserentsorgung, die Wohnungsbewirtschaftung sowie die Telekommunikation. Die Gesellschaft bedient sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben ihrer Tochtergesellschaften. Aus der Definition des Gesellschaftszweckes im § 3 Abs. 1 des Gesellschaftsvertrages ergibt sich die mittelbare Ausrichtung der Gesellschaft auf das Versorgungs- und Entsorgungsunternehmen SWE, das Verkehrsunternehmen EVAG, das Wohnungsunternehmen Allbau AG und die Telekommunikations-Gesellschaft Versatel. Durch die mittelbare wirtschaftliche Betätigung über die Tochterunternehmen wird die öffentliche Zwecksetzung der Gesellschaft erfüllt und der öffentliche Zweck erreicht.


4. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Beendigung des Geschäftsjahres

Die TAG Tropolys Altgesellschafter GmbH, an der die EVV einen Anteil von 36 % hält, ist Gesellschafterin der Vienna I S.a.r.l, Luxemburg, die wiederum Gesellschafterin von Vienna II S.a.r.l ist. Diese Gesellschaft hält ihrerseits Aktien der Versatel AG, die das Interesse eines Finanzinvestors gefunden haben. Sollte die Transaktion in 2011 erfolgreich durchgeführt werden, wird ein Veräußerungsüberschuss von rd. 3,2 Mio. € erwartet, der bislang noch nicht in der Planung berücksichtigt wurde.

Mit Wirkung zum 4. Januar 2011 sind die von der Sparkasse Essen, Essen, gehaltenen 130.000 Stückaktien der RW Holding AG, Düsseldorf, zu einem Kaufpreis von 5,8 Mio. € an die EVV übertragen worden.

Mit Vertrag vom 30. Juni 2010 wurden die Darlehensbeziehungen zwischen der Stadt Essen (Darlehensgeber) und der EVV sowie zwischen der EVV (Darlehensgeber) und der EEG in Höhe von jeweils 199,7 Mio. € zum 31. Dezember 2010 gekündigt. Mit selbigem Vertrag hat die Stadt Essen mit Wirkung zum 1. Januar 2011 die Darlehensvaluta im Wege der Abtretung tilgungsfrei um weitere 10 Jahre direkt mit der EEG prolongiert.


5. Ausblick für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 sowie Nachtragsbericht

Der Wirtschaftsplan für den Zeitraum 2011 bis 2015 weist für 2011 einen geplanten Jahresüberschuss von 16,0 Mio. € und für 2012 einen von 8,4 Mio. € aus. Im weiteren Verlauf wird von weitestgehend konstanten Jahresüberschüssen ausgegangen. Grundlegende Prämisse für die geplanten Ergebnisse sind die Erträge aus Beteiligungen und aus den Wertpapieren des Anlagevermögens. Beide Posten werden maßgeblich von der Höhe der RWE-Dividende bestimmt.

Im Wirtschaftsplan 2011 wurden die ursprünglich geplanten Dividendenzahlungen der RWE AG deutlich reduziert. Für 2011 wurde eine Dividende von 3,50 € je Aktie unterstellt, für 2012 eine von 3,30 €.

In 2011 hat die RWE AG in Übereinstimmung mit der Planung eine Dividende von 3,50 € je Aktie ausgeschüttet. Für die folgenden Jahre erwartet die Mehrzahl der Analysten weiter sinkende Dividenden. Es ist davon auszugehen, dass die Jahresüberschüsse spätestens ab 2012 die Planwerte der aktuellen mittelfristigen Finanzplanung nicht erreichen werden.

Essen, 1. Juli 2011

Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV)

Dr. Görgens

Dr. Zierold

Bückemeyer

Kunze

Miklikowski

Wieschenkämper

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV), Essen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV), Essen. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Essen, den 1. Juli 2011

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Gaeb
Wirtschaftsprüfer

Lämmer
Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat sich während des Geschäftsjahres 2010 in mehreren Sitzungen von den Geschäftsführern über den Geschäftsverlauf unterrichten lassen. Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung waren Gegenstand einge-hender Beratungen.

Der Jahresabschluss der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV) und der Konzernabschluss sowie der Lagebericht und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010 sind von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV) und den Lagebericht geprüft und gebilligt. Er empfiehlt der Gesellschafterversamm-lung, den Jahresabschluss in der vorliegenden Form festzustellen. Dem Vorschlag der Ge-schäftsführung über die Verwendung des Bilanzgewinns schließt sich der Aufsichtsrat an.

Den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 und den Bericht der Abschlussprüfer hat der Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen.

Für die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2010 spricht der Aufsichtsrat der Geschäftsführung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Konzern seinen Dank aus.

Essen, im Juli 2011

Der Aufsichtsrat

Reinhard Paß
Vorsitzender

Verwendung des Ergebnisses

Die Gesellschafterversammlung der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV) hat am 20. Juli 2011 den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 festgestellt. Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2010 in Höhe von 19.606.216,14 € wird durch die Entnahme aus den Gewinnrücklagen von 1.393.783,86 € aufgestockt, so dass der Bilanzge-winn von 21.000.000,00 € an die alleinige Gesellschafterin Stadt Essen ausgeschüttet wird.

Jahresabschluss und Lagebericht liegen bis zur Feststellung des folgenden Jahresabschlus-ses während der Geschäftszeiten am Empfang der Hauptverwaltung der Stadtwerke Essen AG, Rüttenscheider Str. 27 – 37, 45128 Essen, zur Einsichtnahme aus.